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Bericht

Digitale Agenda

EU forciert virtuellen Binnenmarkt

Die Digitalisierung mit Internet, Smartphones, Tablets und die damit verbundenen mobilen Nutzungsmöglichkeiten haben in den letzten Jahren das Kommunikationsverhalten grundlegend verändert. Zudem haben sie die Vernetzung vorangetrieben und für neue Geschäftsmodelle gesorgt. Im Zuge dieser Entwicklungen verfolgt die EU das Ziel, die vorhandenen wirtschaftlichen Online-Potenziale verstärkt auszuschöpfen. Unterschiedliche nationale Gesetzgebungen zu Datenschutz, Telekommunikation und Verbraucherschutz erhöhen derzeit die Komplexität in Europa. Das führt dazu, dass Online-Einkäufe beispielsweise verstärkt im eigenen Land und nicht grenzüberschreitend getätigt werden. 

Um diese regulierungsbedingten Barrieren zu beseitigen, ist es wichtig, einen digitalen EU-Binnenmarkt zu generieren. Dies ist zentraler Bestandteil der Digitalen Agenda der EU, die wiederum einer der sieben Eckpfeiler der Europastrategie 2020 ist. Mit dieser Agenda sollen die Potenziale der Informations- und Kommunikationstechnologien besser genutzt werden, um Innovationen und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Im Mai 2015 hat die Europäische Kommission ihre Pläne zur Schaffung eines digitalen Binnenmarkts vorgestellt, der die 28 nationalen Märkte zusammenführen soll.

Die Strategie basiert auf drei Säulen:

  • Besserer Zugang zu digitalen Waren und Dienstleistungen
  • Optimale Rahmenbedingungen für digitale Netze und Dienstleistungen
  • Digitale Wirtschaft als Wachstumsmotor
Digital Single Market

EU-Datenschutzreform ist für digitalen Binnenmarkt von hoher Bedeutung

Ein zentraler Aspekt der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt ist die Stärkung des Vertrauens von Online-Nutzern. Hier gilt es, die Rahmenbedingungen für den Datenschutz in der EU zu schaffen (Optimale Rahmenbedingungen für digitale Netze und Dienstleistungen). Die Datenschutzrichtlinie der EU geht auf das Jahr 1995 zurück. Im Zuge der Entwicklung von Internet, Social Media, Online-Wirtschaft und der Explosion der dadurch generierten digitalen Daten haben sich die Anforderungen an das Thema Datenschutz gewandelt. 

Während sich die Technik rasant entwickelt hat, wird der rechtliche Rahmen innerhalb der EU hierzu erst seit 2012 angepasst. Im Juni 2015 haben sich die EU-Minister auf eine Datenschutzreform geeinigt. Der Entwurf hierzu wird jetzt im Rahmen des sogenannten Trilogs zwischen Ministerrat, Kommission und EU-Parlament abgestimmt. Mit dieser Reform sollen Transparenz und ein hohes Datenschutzniveau geschaffen sowie das Vertrauen der Verbraucher erhöht werden. Durch moderne, harmonisierte Datenschutzbestimmungen soll Europa auf das digitale Zeitalter vorbereitet werden. Eine abschließende Einigung wird bis Jahresende 2015 erwartet.

Integration der Wohnungswirtschaft in die Digitale Agenda

Zum Thema Digitale Agenda und Wohnungswirtschaft trafen Vertreter der BID (Bundesarbeitsgemeinschaft der Immobilienwirtschaft Deutschland) den EU-Kommissar Günther Oettinger im März 2015 in Brüssel. Dabei äußerte Oettinger, dass die Digitalisierung alle Sektoren und Bereiche revolutionieren würde und auch nicht vor der Immobilie haltmache. Der digitale Anschluss müsse gesichert sein, um im privaten und beruflichen Leben zukunftsfähig zu bleiben. Die BID verfolgt das Thema Digitalisierung aktiv und wird Anfang 2016 ein Gutachten zur Digitalisierung in der Immobilienbranche präsentieren.

Vorteile beim digitalen Wohnen und Bauen nutzen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) unterstreicht in seiner Digitalen Agenda: „Deutschland und Europa müssen in der digitalen Transformation zur Weltspitze gehören.“ Es ginge darum, die Chancen dieser Innovationswelle zu nutzen. Dazu müsse der Ordnungsrahmen angepasst werden. Im Hinblick auf die Immobilienwirtschaft sieht der BDI für das digitale Wohnen und Bauen „erhebliche Innovations- und Effizienzpotenziale“. So sei Building Information Modeling (BIM) in einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten bei öffentlichen Aufträgen bereits vorgeschrieben. Darüber hinaus weist der BDI auf eine Reihe von Vorteilen von Smart Home hin: Energieeinsparpotenziale, Kriminalitätsprävention, altersgerechte Assistenzsysteme und ein insgesamt komfortableres Wohnen.

Wohnungswirtschaft nutzt bereits Vorteile der Digitalisierung

Während innerhalb der EU mit der Digitalen Agenda der wirtschaftliche Ordnungsrahmen für die Realisierung der Chancen der digitalen Transformation geschaffen wird, profitieren schon einige Wohnungsunternehmen von den Vorteilen der Digitalisierung. Und dieser Trend ist unaufhaltsam. Nutzungsmöglichkeiten gibt es bereits viele, wie zum Beispiel Software als Service aus der Cloud, Service-Portale zur Vernetzung von Geschäftspartnern, digitale Archivierungssysteme, Online-Vermarktung, Kundenbeziehungsmanagementsysteme, Mieterportale, mobile Wohnungsabnahme, Steuerung des Energieverbrauchs sowie automatisierte Energieverbrauchsdatenerhebung.

Quellen

Ein digitaler Binnenmarkt für Europa

Kommission stellt 16 Initiativen zur Verwirklichung vor, Europäische Kommission, 6. Mai 2015

Pressemitteilung der Europäischen Kommission http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4919_de.htm
http://ec.europa.eu/priorities/digital-single-market/index_de.htm
Oettinger integriert Immobilienwirtschaft in seine digitale Agenda Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e. V. (DDIV), 30.03.2015 http://ddiv.de/hp10932/Oettinger-integriert-Immobilienwirtschaft-in-seine-digitalen-Agenda.htm
GdW übernimmt Vorsitz der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland

BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland

Medieninformation vom 25.06.2015 http://bid.info/wp-content/uploads/2012/10/150625_BID-Uebergabe-des-Vorsitzes-2015-IVD-an-GdW1.pdf
http://bid.info/positionspapiere/europawahl-2014/
Chancen nutzen. Vertrauen stärken. Gemeinsam handeln.

Digitale Agenda der deutschen Industrie

BDI Bundesverband der deutschen Industrie e.V. (BDI), Berlin, Januar 2015 http://www.bdi.eu/download_content/InformationUndTelekommunikation/Digitale-Agenda.pdf

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