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Teaserbild
Studie

Vorhang zu!

Vor digitalen Fenster hängen künftig Gardinen

Manche Veränderungen kommen plötzlich, manche nahezu unbemerkt. Bei der Digitalisierung ist beides zu beobachten: Das Internet hat unübersehbar die Mediennutzung, Informationsströme und die Kommunikation zwischen Menschen und mit Unternehmen verändert. Die tatsächlich größeren Umwälzungen geschehen aber im Verborgenen. Denn die Verknüpfung von Alltagsgegenständen, mitdenkenden Sensoren und Maschinen über „das Netz” mit dessen Datenströmen bekommen wir auf den ersten Blick oft nicht direkt mit. Diese Vernetzung wird unser aller Leben absehbar verändern.

Die Studien –Welche Technologien werden den Ton angeben und wie wird sich das auf den Wohnalltag auswirken?

Gleich zwei Institute, die sich mit Trend- und Zukunftsforschung beschäftigen, legen aktuelle Analysen vor, die vielfältige Antworten auf diese Fragen geben. Die Kölner Z_punkt GmbH zeichnet ein Bild der vernetzten Wirklichkeit in ihrer Studie „Connected Reality 2025″ während das Zukunftsinstitut aus Frankfurt mit dem „Immobilienreport 2015″ die Meta-Trends der Zukunft des Wohnens untersucht.

Damit Sie sich nicht durch die umfangreichen Studienberichte durcharbeiten müssen, fassen wir Ihnen die zentralen Erkenntnisse in einer mehrteiligen Beitragsserie zusammen.

Home Sweet home – so wie früher, nur digital

Das Leben in den eigenen vier Wänden gestaltet sich neu – und digitale Technologien sind dabei die Treiber. Die Z_Punkt-Studie bedient sich einiger Anglizismen, um die neuen Rahmenbedingungen zu beschreiben: „Augmented Lifestyle” und „Smart Home” stehen für Anwendungen und Dienstleistungen, die bei der Gesundheits­über­wachung helfen. Sie steuern über neue Schnittstellen, zum Beispiel via Smartphones, Haustechnik und Haushaltsgeräte und ermöglichen ein durch Sensoren gestütztes Leben.

Rückzug in die Gemütlichkeit

Der „Immobilienreport 2015″ präsentiert eine andere Bezeichnung für diesen Trend. Mit dem „Neo-Biedermeier” beschreiben die Frankfurter Zukunftsforscher einen Rückzug in die Alltäglich- und Gemütlichkeit, der durch die Digitalisierung unterstützt wird. Prognostiziert wird vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit, im Wachstumsmarkt für Eigenheime Planung und Konzept neu auszurichten. Die Gebäude müssen als zeitgemäßer Rückzugsort funktionieren und Investoren, Entwickler, Planer und andere Dienstleister sollten anfangen, sich mit Spezialprodukten diesem Trend zu öffnen.

Services wie digital bereitgestellte Home-Video-Dienste lassen den Gang ins Kino unnötig werden, der vernetzte Kühlschrank ordert via Internet rechtzeitig die nötigen Speisen für den Kinoabend zuhause. Dabei spielt Datenschutz eine große Rolle – vor allem bei den Nutzern, die vorsichtiger agieren und weniger preisgeben möchten: „Das Neo-Biedermeier ist geprägt durch eine neue Form der Selbstbeschränkung und durch Vorhänge vor den digitalen Fenstern”.

Prognosewahrscheinlichkeit: Sehr hoch. Das Internet der Dinge nimmt bereits spürbar Formen an und die Rückbesinnung auf die eigenen vier Wände wird durch andere Studien gestützt.

Erkenntnis für die Wohnungswirtschaft: Künftige Quartiere sollten im Wortsinne „von Haus aus“ die technischen Rahmenbedingungen bieten, um vernetzte Wohn-, Arbeits- und Lebenskonzepte zu ermöglichen. Eigene digitale Services zur Kommunikation mit den Mietern sollten das Thema Datenschutz stets berücksichtigen. Den Bewohnern sollte ein Gefühl der digitalen Sicherheit in Zeiten des Neo-Biedermeier vermittelt werden.

Gemeinsam leben und arbeiten

Die Zukunftsforscher der Z_punkt GmbH sehen die Zukunft des (Zusammen-)Arbeitens in der „Wolke”. Informations-, Kommunikations- und Kollaborations­lösungen, die online in so genannten Cloud-Services bereitgestellt und jederzeit ortsunabhängig genutzt werden können, verändern das Zusammenspiel von Leben und Arbeiten. Grundlage ist der Boom des mobilen Arbeitens: 2015 sollen schon 1,3 Milliarden Menschen (gut 37 Prozent der globalen Arbeitskraft) als freie Mitarbeiter, oft in virtuellen Teams, tätig sein. Die Aufgabe für die Unternehmen: Diese „Cloud-Worker” zu koordinieren und Mitarbeiter auszuwählen, die sich hierfür eignen und Spaß am ortunabhängigen Arbeiten haben. Das macht eine Ausrichtung der Unternehmen in Richtung kooperativer Netzwerke notwendig – digitale Arbeits- und Kommunikationsräume in der Cloud sind hier eine gute Basis.

Das Zukunftsinstitut verlängert den Gedanken auf die individuelle Gestaltung des Wohnens und Lebens, auch hier wird mit Anglizismen gearbeitet: „Community Commuters”, also „Pendler zwischen Gemeinschaften“, wechseln nicht nur zwischen Wohn- und Arbeitsort, sondern auch zwischen Lebens- und Arbeitswelt, mitunter auch ohne den physischen Standort zu wechseln. Diese Aufweichung der Grenzen zwischen Leben und Arbeit führt dazu, dass die Menschen sich neue Bezugsgruppen suchen. Wer öfter zuhause arbeitet, für den werden die eigene Wohnung und die Nachbarn bedeutsamer als zuvor, weil in diesem Umfeld mehr Zeit verbracht wird als beim traditionellen „Büro-Arbeiter“. Trifft man auf Nachbarn, die das Leben ähnlich gestalten, entdeckt man Gemeinsamkeiten und schließt neue Freundschaften.

Freunde werden zur Wahlfamilie

Setzt sich dieses Modell durch, sollten auch in den Wohnquartieren Angebote vorhanden sein, die die Mischung aus Wohnen und Arbeiten als Gruppenerlebnis gestalten helfen. In der Arbeitswelt gibt es den Trend der so genannte Co-Working-Räume: Das sind Räumlichkeiten, in denen man wohnortnah für Arbeitsphasen bereitgestellte Infrastrukturen wie Büros, Besprechungsräume und Telekommunikation zusammen mit anderen Gleichgesinnten nutzen kann, wenn erwünscht, auch nur zeitweise. Die Folge all dieser Entwicklungen: Freunde und temporäre „Arbeitskollegen“ treten an die Stelle traditioneller sozialer Bezugsgruppen – Freunde werden gewissermaßen zur „Wahlfamilie“.

Das moderne Arbeitsleben fordert und fördert neue Formen der Zusammenarbeit. // Fotografin: janelleorsi
Das moderne Arbeitsleben fordert und fördert neue Formen der Zusammenarbeit. // Fotografin: janelleorsi
So kann ein Büro aussehen: The Hub Islington, ein Co-Working Space in London, UK // Fotograf: Impact hub
So kann ein Büro aussehen: The Hub Islington, ein Co-Working Space in London, UK // Fotograf: Impact hub
Google verfolgte bei der Gestaltung ihrer Arbeitsplätze das Ziel, inspirierende Umgebungen zu schaffen // Fotografin: Haldane Martin
Google verfolgte bei der Gestaltung ihrer Arbeitsplätze das Ziel, inspirierende Umgebungen zu schaffen // Fotografin: Haldane Martin
Moderne Arbeitsplätze bieten den Freiraum zu arbeiten, wo und wann man es am liebsten möchte // Fotograf: foam
Moderne Arbeitsplätze bieten den Freiraum zu arbeiten, wo und wann man es am liebsten möchte // Fotograf: foam
Das Wichtigste ist der Austausch - vor allem mit immer neuen Menschen, die andere Perspektiven in die eigenen Arbeit hineinbringen. // Fotograf: foam
Das Wichtigste ist der Austausch - vor allem mit immer neuen Menschen, die andere Perspektiven in die eigenen Arbeit hineinbringen. // Fotograf: foam

Prognosewahrscheinlichkeit: Hoch. Die Kosten für Pendler steigen und führen dazu, dass Menschen tägliche Fahrten zum Arbeitsort vermeiden werden. Die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten verschwinden – auch durch die zunehmend mobile Nutzung des Internets als Arbeits- und Kommunikationsraums.

Erkenntnis für die Wohnungswirtschaft: Die Gestaltung wohnungsnaher und gemeinschaftlich nutzbarer „Work Spaces” könnte zum Wettbewerbsvorteil werden – die Bereitstellung derartiger Arbeitsmöglichkeiten ist eine künftige Herausforderung für die Wohnungswirtschaft.

Weitere Informationen

Z_punkt GmbH

Das Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen aus Köln

http://www.z-punkt.de/
Connected Reality 2025

Die nächste Welle der digitalen Transformation rollt an

Studie der Z_punkt GmbH http://www.z-punkt.de/themen/artikel/die-naechste-welle-der-digitalen-transformation-rollt-an/9
Zukunftsinstitut

Frankfurter Think-Tank der europäischen Trend- und Zukunftsforschung

http://www.zukunftsinstitut.de/
Immobilienreport 2015

Meta-Trends der Zukunft des Wohnens

Publikation des Zukunftsinstituts http://www.zukunftsinstitut.de/artikel/immobilienreport/
Wolke = Cloud Computing

Wikipedia-Artikel

https://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing

Lesen Sie hier den zweiten Teil der Studien zur Digitalen Zukunft

Erste Hilfe? Doktor Google!

Liefert das Haus zukünftig persönliche Gesundheitsdaten?

Welche Veränderungen die Digitalisierung im Gesundheitssektor und im Handel bringt – und was sie für die Wohnungswirtschaft bedeuten. https://mag.aareon.de/Erste_Hilfe_Doktor_Google_.5449.html

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